Die Herstellung – Drehbank, Hände und Pinsel
Die 5 Phasen der Keramikbearbeitung
Die Modellierung
Unsere Keramiken entstehen aus rohem Ton, der je nach gewünschtem Objekt mit vielen verschiedenen Techniken geformt werden kann. Die Modellierung von Ton von Hand ist die älteste Bearbeitungsmethode und besteht in der Verwendung der Hände, um eine dreidimensionale Form wie eine Frucht, eine Puppe oder einen Reiter zu schaffen. Um die Details zu definieren, verwendet der Handwerker Holzstäbchen, Meißel und Eisenstifte. Für gebogene und runde Formen wie Vasen, Lampen und Kerzenhalter verwendet der Keramikmeister die Töpferscheibe, eine rotierende Scheibe, auf die er eine unförmige Tonmasse legt und diese durch schnelles Drehen mit den Händen formt.
Es ist notwendig, den Ton ständig zu befeuchten, damit er besser zwischen den Fingern gleitet und die Modellierarbeit erleichtert wird. Es erfordert viel Übung und körperliche Kraft, den Ton in den Händen zu halten, während sich die Arbeitsfläche schnell dreht. Roher Ton kann mit einem Draht in Platten bestimmter Dicke geschnitten oder mit einem Nudelholz ausgerollt werden. Dann werden diese Platten gebogen, um Appliken, Dekorationspaneele und Objekte mit quadratischen Formen zu erhalten.

Trocknung und erster Brand
Die frisch modellierten Rohkeramiken müssen langsam an der Luft trocknen, um ihre innere Feuchtigkeit zu verlieren. Nach einigen Tagen nehmen sie eine harte und kompakte Konsistenz an, mit einer hellgrauen Farbe, dem sogenannten "Lederhärte"-Stadium. Dies ist der richtige Zeitpunkt, um die Oberfläche der Keramiken mit einem Skalpell zu gravieren, um faszinierende dekorative Effekte auf Lampen, Kerzenhaltern und Appliken zu erzielen. Das Brennen der Rohkeramiken erfolgt in großen Öfen, die sehr hohe Temperaturen erreichen. Der Brennvorgang kann viele Stunden dauern, und die Temperatur muss allmählich steigen und sinken. Nach dem Brennen schrumpft das Produkt. Das Ergebnis ist ein rostrot gefärbtes Objekt: der „Biskuit“ oder „Terrakotta“.

Die Glasur
Beim Tauchglasieren wird der Rohling mit Hilfe von Metallzangen in eine flüssige weiße oder farbige Lösung, die Glasur, getaucht. Vor dem Eintauchen in die Glasur müssen die Keramiken perfekt sauber, glatt und staubfrei sein. Die poröse Oberfläche der Terrakotta nimmt die Glasur auf und wird beim Berühren pulvrig. Alle überschüssigen Glasurreste werden vor dem anschließenden zweiten Brand entfernt. Die flüssige Glasur kann auch mit einer Airbrush-Pistole auf das Objekt gesprüht werden, einem Aluminium- oder Stahlgerät, das mit einem Behälter zum Aufnehmen der zu zerstäubenden Flüssigkeit ausgestattet ist.

Die Dekoration mit Pinsel, Ritztechnik, Durchbrucharbeit oder Schnitzerei
Das glasierte Objekt muss einige Tage trocknen. In dieser Phase bemalt der Dekorateur die Oberfläche des Objekts mit Pinseln und Keramikfarben, indem er Blumen, Blätter, Tiere und Landschaften mit verschiedenen Pinseltypen für Pinselstriche entsprechend den gewünschten dekorativen Effekten zeichnet. Bei der Ritztechnik-Dekoration kann die trockene Glasur, die die Oberfläche der Keramiken bedeckt, mit einem Bulino, einem Eisenstift, eingeritzt werden, um Blumen, Blätter und komplexe Geometrien auf der Oberfläche des Objekts zu zeichnen.
Die Glasur der Oberfläche wird entlang der Zeichnungslinie buchstäblich abgekratzt, um die darunter liegende Terrakotta sichtbar zu machen. Dann kann der Dekorateur auch die verschiedenen Räume mit farbigen Glasuren füllen und bis zum nächsten Brand trocknen lassen. Die Technik der Durchbrucharbeit oder Schnitzerei wird auf das noch rohe Objekt im sogenannten „Lederhärte“-Stadium angewendet. Der Handwerker schnitzt den Ton mit einem Skalpell und fertigt Blumen, Blätter oder geometrische Muster aus großen und kleinen Kreisen, Rauten, Rhomben und Ellipsen an. Diese Formen filtern das Licht von Lampen, Wandleuchten und Kerzenhaltern und erzeugen magische ästhetische Effekte.

Der zweite Brand
Nach dem Glasieren und Dekorieren fährt der Handwerker mit dem zweiten Brand des Objekts fort, um die Farben zu fixieren und ihnen Glanz zu verleihen. Glasuren und Lacke schmelzen bei Hitze, verglasen anschließend und werden wasserdicht. Dieser zweite Brand erfolgt im Ofen bei einer Temperatur zwischen 850°C und 970°C. Die Keramiken sind endlich bereit, ihre faszinierende Brillanz zu zeigen!
